»So seid ihr nun nicht mehr Gäste oder Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.«

Epheser 2,19

Für viele ist mit dem Ende der Ferien auch die Urlaubszeit vorbei. Sie sind zurück von Reisen in die Nähe oder Ferne. Wie war es, als es hieß, die Koffer zu packen und wieder in Richtung Heimat zu fahren? War nur Wehmut dabei, weil die freien Tage zu Ende sind und der Alltag vor der Tür steht? Oder spürten Sie auch ein wenig Freude, wieder nach Hause zu kommen, in die eigenen vier Wände? Nach Hause zu kommen, das ist ja das Schlechteste nicht. Mit dem Zuhause verbinden wir meistens doch gute Gedanken: Hier kenne ich mich aus. Hier kann ich so sein, wie ich bin. Hier treffe ich wieder die Familie, meine Freunde, meine Bekannten.

Von einem Zuhause für uns spricht auch der Epheserbrief: »Ihr seid nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.« Das ist eine schöne Zusage. Nicht mehr nur Gast, nicht mehr nur Fremder zu sein, so etwas gesagt zu bekommen, tut gut. Denn Mitbürger und Hausgenosse zu sein, sagt uns, wir gehören dazu, wir sind mehr als nur Gäste, die gelegentlich auf Besuch kommen.

Hausgenosse sein, das heißt, in einer guten Beziehung zueinander zu stehen, wo man ehrlich miteinander umgeht, wo man zusammen lacht oder zusammen weint. Hausgenosse sein, das heißt auch, die schweren Zeiten miteinander zu teilen und zu tragen. Denn man gehört dazu, auch wenn einer krank wird, wenn getrauert wird, oder andere Sorgen oder Probleme drücken. Der Hausgenosse gehört dazu, auch dann, wenn es einmal Ärger gibt, wenn es im Moment schwer fällt, das Miteinander zu gestalten. Er weiß, ich möchte dieses enge Verhältnis nicht aufgeben. Trotz der Schwierigkeiten, die es manchmal gibt, möchte ich an dieser Gemeinschaft festhalten, denn sie ist mir wichtig. Hausgenosse zu sein, das bedeutet, einen Platz zu haben, im Alltag genauso wie an Feiertagen dazuzugehören.

Diese Gemeinschaft, die wir innerhalb der Familien oder mit Freunden leben, bietet Gott uns an: Wir können sie mit ihm und untereinander leben. Auf dieses Angebot weist der Epheserbrief die Gemeinde hin. »Ihr seid Gottes Hausgenossen.« Wir gehören zu Gott. Wir sind bei ihm nicht nur auf Besuch, für ein paar Tage, oder auf der Durchreise. Im Gegenteil: Er betrachtet uns als seine Hausgenossen, als Menschen, die bei ihm ein- und ausgehen dürfen, und sich zu Hause fühlen können. Durch unsere Taufe gehören wir zum Haus Gottes, zu seiner Gemeinde. Wir sind Familienglieder Gottes geworden, wie die anderen auch. Gott hält also die Türen zu seinem Haus offen, für jeden und zu jeder Zeit. Wir können so kommen, wie wir sind und alles mitbringen: Das Schöne, was wir erlebt haben, wofür wir dankbar sein können. Das was uns bedrückt und was wir beklagen ebenso. Das alles können wir mitbringen. Wir können so kommen, wie wir auch in unsere eigenen vier Wände kommen. Ist es nicht schön, um solch ein Zuhause zu wissen?

Das Kofferpacken und nach Hause zu fahren, fällt dann leicht.

Ihr Pfarrer Matthias Weber